Was die beiden Normen regeln
DIN EN 50678 (VDE 0701) beschreibt die Prüfung elektrischer Geräte nach Reparatur oder Änderung, DIN EN 50699 (VDE 0702) die wiederkehrende Prüfung im laufenden Betrieb. Gemeinsam decken sie die Prüfung ortsveränderlicher Betriebsmittel ab.
Beide sind europäische Normen, die 2021 die bis dahin gültige DIN VDE 0701-0702 ersetzt haben. Inhaltlich knüpfen sie eng an die Vorgängernorm an, sodass sich am grundsätzlichen Prüfablauf wenig geändert hat.
Verhältnis zur früheren DIN VDE 0701-0702
Die alte DIN VDE 0701-0702 fasste Reparatur- und Wiederholungsprüfung in einem Dokument zusammen. Mit der europäischen Harmonisierung wurde der Stoff auf zwei Normen aufgeteilt – 50678 für „nach Instandsetzung“, 50699 für „wiederkehrend“.
In der Praxis wird häufig weiterhin von „VDE 0701/0702“ gesprochen, weil die VDE-Klassifikation erhalten blieb. Gemeint sind heute die beiden EN-Normen.
Ablauf: Besichtigen, Messen, Erproben
Beide Normen folgen demselben Grundmuster: Sichtprüfung des Geräts, Messungen (u. a. Schutzleiterwiderstand, Isolationswiderstand, ggf. Ableitströme) und eine Funktionsprüfung. Welche Messungen erforderlich sind, richtet sich nach der Schutzklasse und Bauart des Geräts.
Am Ende steht die fachliche Bewertung: Nur die Zusammenschau aller Ergebnisse erlaubt die Aussage, ob ein Gerät sicher weiterbetrieben werden kann.
Wann welche Norm gilt
Nach einer Reparatur oder Änderung ist die Prüfung nach DIN EN 50678 einschlägig – sie stellt sicher, dass der Eingriff die Sicherheit nicht beeinträchtigt hat. Im normalen Betrieb, ohne vorangegangenen Eingriff, greift die Wiederholungsprüfung nach DIN EN 50699.
Die Abstände der Wiederholungsprüfung ergeben sich aus der Gefährdungsbeurteilung und nicht aus einer festen Tabelle.
Bedeutung für die Praxis
Für Betriebe ändert sich durch die Umstellung wenig: Der bewährte Prüfablauf bleibt bestehen, die Grundlage heißt lediglich anders. Wichtig ist, in Prüfprotokollen die aktuell gültige Norm zu benennen.